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Das Ausmaß der Flüchtlingskrise

 

Es gibt so viele Flüchtlinge auf der Welt wie seit dem Ende des zweiten Weltkriegs nicht mehr. Und die Zahlen steigen weiter. Anfang 2018 gab es 68,5 Millionen Flüchtlinge weltweit. 25,4 Millionen sind anerkannte, internationale Flüchtlinge. Weitere 40 Millionen sind Vertriebene im eigenen Land und 3,1 Millionen Menschen sind Asylbewerber. Der Großteil (52 %) sind Kinder unter 18 Jahren. Trotz steigender Flüchtlingszahlen in Europa leben 85 % aller Geflüchteten nach wie vor in Entwicklungsländern. Allein fünf Staaten machen mehr als zwei Drittel aller Geflüchteten aus:

  • Syrien (6,3 Millionen)

  • Afghanistan (2,6 Millionen)

  • Südsudan (2,4 Millionen)

  • Myanmar (1,2 Millionen)

  • Somalia (1,1 Millionen)

 

Besonders drei Länder sind aktuell besonders betroffen, obwohl kaum über sie berichtet wird. Bangladesch ist eines der ärmsten Länder Asiens. Trotzdem nahm es im Jahr 2017 655.000 Rohingya aus Myanmar auf. Mittlerweile leben fast eine Million geflohene Rohingya in Bangladesch. Rohingya sind oft staatenlos und werden in Myanmar systematisch verfolgt, diskriminiert und sind zunehmend Opfer massiver Menschenrechtsverletzungen. Durch zunehmende Konflikte und Vertreibung hat sich daher das am dichtesten besiedelte Flüchtlingscamp der Welt gebildet. Die Versorgungslage ist katastrophal und insbesondere zur Monsunzeit aufgrund starker Regenfälle und Unwetter prekär.

 

Im Kongo hat sich die Zahl der Binnenvertriebenen innerhalb eines Jahres von 2,2 auf 4,4 Millionen Menschen verdoppelt. Ein weiterer Teil ist ins Ausland geflohen, meist nach Ruanda, Burundi oder Tansania. Allerdings ist der Kongo auch selber Zielstaat von Flüchtlingsbewegungen aus anderen benachbarten Ländern. Die wenigsten der Menschen kommen aufgrund mangelnder finanziellen Möglichkeiten nach Europa. Der Kongo wird seit Jahren von Kriegsverbrechen, systematischen Vergewaltigungen und einer mangelnden öffentlichen Versorgung heimgesucht.

 

Venezuela ist durch den gefallenen Ölpreis in eine der schwersten Wirtschaftskrisen in seiner Geschichte gefallen. Grassierende Armut und Inflation führten zu Gewalt und einer zunehmend repressiven Diktatur. 1,5 Millionen Venezolaner haben das Land im Jahr 2017 verlassen. Zielstaaten sind insbesondere südamerikanische, wie Brasilien, Kolumbien, Peru, Costa Rica und Mexiko. Allerdings sind auch Spanien und die USA betroffen. Insbesondere die Nachbarländer sind am Ende der Belastbarkeit angekommen. Eine mangelnde Infrastruktur in den Regenwaldgebieten erschwert die Versorgung der Flüchtlinge.

 

Das Ausbrechen weiterer Konflikte aber auch eine wachsende, weltweite Bevölkerung werden auch in Zukunft zu einem Anstieg der Flüchtlingszahlen weltweit beitragen.