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Migration ist gut!

 

Migration wird verdammt. Steigende Flüchtlingszahlen, Armutseinwanderung und die Aushöhlung der nationalen Souveränität stehen oft im Vordergrund. Aber auch Lohndumping, Einwanderung in die Sozialsysteme oder eine mangelnde kulturelle Anpassung im Zielstaat. Es wird oft vergessen, dass Migration auch positive Seiten hat. Ein Plädoyer.

 

Migration ist gut. Sie ist schon immer ein Antreiber des Fortschritts gewesen. Migration gibt es schon seit Anbeginn der Menschheit. Selbst im Tierreich kommt sie vor: Vögel- und Fischschwärme wandern jahreszeitlich bedingt. Migration ist natürlich. Und sie hat mehr Vor- als Nachteile für uns. Aus diesen Gründen können wir nicht auf sie verzichten:

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  1. Demographie. Entwickelte Länder altern. Dies beansprucht Renten- und Sozialsysteme. Gleichzeitig steigt das Bevölkerungswachstum in armen Ländern. Dieses ibelastet die öffentlichen Versorgung. Migration hilft dabei, dieses Ungleichgewicht einzuschränken.
  2. Fachkräftemangel. Industriestaaten verfügen oft über ein so großes Wirtschaftswachstum, dass sie den eigenen Bedarf an Arbeitskraft nicht mehr selber abdecken können. Das betrifft nicht nur die Hochgebildeten. Auch Handwerker und Facharbeiter werden benötigt. Selbst ungelernte Arbeit wird hauptsächlich von Einwanderern erledigt, da die einheimische Bevölkerung durch das Sozialsystem kaum Anreize hierfür hat.
  3. Anpassungsstrategie für Problemzonen. Migration ist eine Antwort auf Krisen. Egal ob Krieg, Konflikt, Hunger, Armut oder Naturkatastrophen: Menschen können wegziehen und so den Problemen entkommen. Das soll nicht heißen, dass alle Menschen einfach in reiche Länder umziehen sollen. Trotzdem darf diese Anpassungsstrategie nicht gänzlich ignoriert werden.
  4. Technologie und Wissenstransfer. Migration beschleunigt Innovation. Der Austausch von Menschen führt zwangsläufig zum Wissenstransfer zwischen Kulturen. Einwanderungsgesellschaften sind reicher an verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen. Dieses Wissen wird durch neue, digitale Medien auch in die Heimatländer gebracht.
  5. Produktivität. Arbeitnehmerfreizügigkeit bedeutet, dass Menschen dort arbeiten können, wo sie am produktivsten sind. Sie arbeiten effizienter und erwirtschaften mehr Geld. Dies erhöht die weltweite Wirtschaftsleistung.
  6. Mehr Unternehmertum. Migranten tendieren dazu, häufiger unternehmerisch tätig zu werden als Nicht-Migranten. Auch dies kurbelt die Wirtschaft an.
  7. Investitionen im Heimatland. Migranten investieren oft im Heimatland. Dies fördert ökonomische Beziehungen und hilft insbesondere der Wirtschaft von Entwicklungsländern.
  8. Rücküberweisungen. Migranten unterstützen ihre Verwandten in der Heimat. Insbesondere Auswanderer aus armen Ländern können so für wirtschaftliche Impulse sorgen. Bereits heute übersteigt das Ausmaß der sogenannten Remissen die Höhe der globalen Entwicklungshilfe um ein Vielfaches.

Mehr zu diesem und anderen Themen finden Sie in meinem aktuellen Buch "Grenzenlos - warum wir illegale Migration neu denken müssen".