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"Brexit heißt Brexit"..?

 

 

Am 31.03.2019 wird das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen. Zumindest eventuell. Mit einem abgelehnten Abkommen mit der EU und keiner Alternative zur Hand rutscht das Vereinigte Königreich in eine Zeit der Ungewissheit. EU-Bürger, die dort leben, fürchten um ihren Aufenthaltsstatus und umgekehrt. Wie kann dieser Status gefestigt werden? Hier ist die Antwort.

 

Aktuell sind zwei Szenarios möglich: ein Brexit mit und einer ohne Deal.
 

Mit Deal

 

Wenn sich beide Seiten auf einen Deal bis Ende März einigen können, wird es eine Übergangsphase für Migranten geben. In dieser Zeit gelten die aktuellen Freizügigkeitsgesetze der EU. Die Frist läuft bis zum 31.12.2020. Bis dahin wird sich nichts ändern. Am Ende der Übergangszeit werden alle EU-Bürger im Vereinigten Königreich (und umgekehrt) ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht im entsprechenden Zielstaat erhalten.  Also, wenn Sie die Ausreise planen, tun Sie dies bis 2021! Danach wird das Königreich ein sogenannter Drittstaat. Und die Einreisebestimmungen der entsprechenden Länder werden gültig sein. Die EU ist dann nicht mehr zuständig. Viel Erfolg bei der Beantragung des Visums.

Ohne Deal

 

In dem wahrscheinlichen Fall eines Ausscheidens des Vereinigten Königreiches aus der EU ohne Deal wird es keine Übergangsfrist geben. Wie in anderen Politikfeldern übergeht das Einwanderungsrecht in die Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten. Das Vereinigte Königreich plant keine Übergangszeit. EU-Bürger dort werden allerdings eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. In diesem Fall müssen sie aber vor dem Tag des Brexits dort leben. Manche Bestimmungen werden aber strenger gehandhabt, wie bspw. Familienzusammenführung oder Ausweisungen. Mehr Informationen gibt es hier.

 

Ein Brexit ohne Deal bedeutet, dass die Mitgliedsstaaten der EU für den neuen Drittstaat zuständig werden. Die EU ist nicht mehr verantwortlich. Es wird 27 verschiedenen Einreisebestimmungen geben. Überprüfen Sie daher am besten das Vorgehen Ihres Mitgliedsstaates. Schauen wir nach Deutschland: Hier wird es eine Übergangszeit von drei Monaten geben. In dieser Zeit können Bürger des Vereinigten Königreichs eine Aufenthaltsgestattung bei der zuständigen Ausländerbehörde nach dem Aufenthaltsgesetz (AufenthG) beantragen. Vor der Antragsstellung sollten Sie aber Ihre nächste Migrationsberatungsstelle aufsuchen. Planen Sie eine Einreise nach dem Brexit, haben Sie viel Erfolg bei der Visumsbeantragung.

 

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